2. Pyrénées Centrales – Von Arrens-Marsous zu den Minen de Bentaillou

Wieder allein und mit mind. 5 Kg mehr Gewicht im Rucksack ging es in die Zentralpyrenäen. 

In Arrens-Marsous stark angefangen und zum Mittag stark nachgelassen. Der Aufstieg bis ans Col d’Ilhéou hat sich ins unendliche gezogen ich wurde immer langsamer. Da hat auch das wunderschöne Panorama nicht geholfen. Oben angekommen war mir das erste richtig heftige Gewitter auf den Fersen. Kurz bevor es richtig heftig angefangen hat, habe ich zum Glück das Refuge d’Ilhéou erreicht. In einer Regenpause schnell mein Zelt auf dem Biwakplatz aufgebaut. Das Gewitter hat sich jedoch bis in die Nacht nicht verzogen. 

Mit einer abgebrochenen Öse an meinen Meindl ging es am nächsten Tag weiter zum Lac de Gaube. Hier wurde mich so richtig bewusst was für ein Glück ich habe dieses Abenteuer erleben zu dürfen. Ich war einfach nur noch überwältigt von dieser traumhaften Gegend. Vom Lac de Gaube ging es vorbei am Gletscher zum höchsten Punkt des GR10 – Hourquette d’Ossoue (2.734m).

Habe ich das wirklich schon geschafft? Schaffe ich evtl. doch den ganzen Weg?

Aber auf einen Höhepunkt folgt auch immer ein Tiefpunkt…und das gleich am nächsten Tag. Mein erster Heul-Schrei-Anfall auf einem ungeschützten Plateau in einem Hagel-Regen-Sturm. Das Wasser ist in Bächen die Wanderwege den Berg runter gerannt und ich mittendrin klatschnass und frierend.

Völlig fertig habe ich dann irgendwann den schrecklichen Campingplatz erreicht um im Regen mein Zelt aufzubauen. Mir war arschkalt, ich war völlig fertig der Punkt war erreicht…ich mag nicht mehr…ich gebe auf!

Bis plötzlich meine Trail-Angels vor meinem Zelt standen und mich auf einen Aperitif und zum Abendessen in Ihren Camper eingeladen haben. Ohne die beiden hätte ich wahrscheinlich aufgegeben. 

Die Erholung auf den Campingplätzen der nächsten beiden kurzen Etappen hatte ich bitter nötig. Bei herrlichem Panorama ging es anschließend hoch zum Lac d’Aubert, einer der schönsten Bergseen in denen ich bis dahin baden war. Gefolgt von einem stetigen auf und ab durch Skigebiete mit schmerzenden Zehen ging es nach Bangéres de Luchon. 

HALBZEIT – Ich habe es tatsächlich bis hier her geschafft. Dann schaffe ich den Rest auch noch. Darauf gab es erst mal ein Bier. 

Trotz Feiertag am nächsten Tag habe ich glücklicherweise in einem kleinen Outdoorgeschäft dank super Beratung noch neue Wanderstiefel kaufen können. Die verfluchten Meindl habe ich mit ein paar anderen unnötigen Utensilien nach Hause geschickt.

Im Tausch dafür habe ich nochmal ein Versorgungspaket mit jede Menge Süssigkeiten erhalten.

Mit ca. 5 kg an Lebensmitteln mehr in meinen Rucksack ging es von Bangeres weiter. 

Leider war mein Rucksack so schwer das ich kaum voran gekommen bin. Also beschloss ich zum Mittag so viel zu essen wie in mich rein passte, abgerundet mit einem Unterberg war der Rucksack gleich viel leichter und mir war nicht mehr ganz so schlecht. 

Über Fos und das Refuge de l’Etang d’Araing ging es bei strömendem Regen an die Minen de Bentaillou. Damit war auch das Ende der Zentralpyrenäen erreicht.