3. Pyrénées Ariégeoises – Von den Minen de Bentaillou bis zum Coll de Come d’Anyell

An den Minen de Bentaillou wurde ich morgens vom Tumuld der Schafzählung geweckt. 

Leider war es bewölkt und mein perfekt nach Osten ausgerichtetes Zelt wurde nicht von der Sonne getrocknet. Aber ich bin es ja schon gewohnt mein ganzes Zeug völlig feucht ein zupacken. Nur das diesmal war noch Schafscheisse dabei.

In der Gesellschaft von Sébastian einem Franzosen aus Perpignon ging es für die nächsten 5 Tage weiter.

Die vermeintlich harmlos aussehende Etappe an die Gite d’etape in Aunac wurde für uns beide zur reinsten Tortur. Die Strecke hat sich ewig in die Länge gezogen. An der Gite angekommen musste erstmal ein Bier her. Nach einem anschließenden entspannten Morgen ging es hoch zur Cabane d’Aula. Die Hütte ist mit Stockbetten ausgestattet sieht recht ordentlich aus. Dank meines Bauchgefühls habe ich aber trotzdem in meinem Zelt übernachtet, was sich als eine gute Entscheidung herausstellten. Da die Hütte recht gut besucht war. War der Geräuschpegel in der Nacht entsprechend hoch und alle haben schrecklich geschlafen.

Über den schönsten Wasserfall der Pyrenäen die Cascade d’Ars ging es nach Aulus-les-Bains.

Nach einem feucht-fröhlichen Abend und einem anschließenden Ruhetag ging es für mich wieder allein weiter. 

Verfolgt von Gewitterwolken bin ich über das Refuge Etang de Bassiés, was zwischen 8 und 17 Uhr geschlossen ist, in das Tal nach Marc gelaufen. Kurz vor Marc wurde ich dann vom Regen eingeholt. Nach einem Bier habe ich dann kurzfristig die erste Nacht nicht in meinem Zelt sondern in einer Gite d’etape verbracht. 

Den Geruch der Gite hatte ich noch tagelang in meinem Schlafsack.

In der „bloody Ariege“ geht es meist steil bergauf und genauso steil wieder runter. Viel Wald und zwischen durch herrliche Aussichten oder Nebel. 

Zwischenzeitlich haben sich die Wanderer und Etappen auch eingeschwungen und ich treffe tagsüber oder Abends immer wieder die Gleichen. Was immer sehr unterhaltsam war.

Auf dem Weg von Siguer zur Cabane de Clarens habe ich mich mal wieder verlaufen und vor lauter Wut meine Stöcke den Wald runter geschmissen. Ich war total erledigt und hatte auch einfach keinen Bock mehr zu laufen. Die Gesellschaft am Abend hat mich dann aber doch wieder motiviert. 

Neuer Tag, neues Glück. Der Aufstieg ans Plateau de Beille ging wie von selbst. Zur Krönung gab es oben lecker Kaffee, Cola und ein riesiges Sandwich mit Schinken und Käse. 

Weiter ging es bei herrlichem Wetter sensationellem Panorama auf einem Höhenweg an das Refuge de Rulhe.

Auf dem Weg nach Mérens-les-Vals habe ich Wendy wiedergetroffen, eine liebevolle und witzige Britin. Wir haben dann entschieden von nun an gemeinsam weiterzulaufen, da wir beide nicht allein in Banyuls-sur-Mer einlaufen wollten.

So langsam merkte man auch schon, dass wir uns dem Mittelmeer nähern es wurde immer wärmer. Was nicht nur an den heißen Quellen lag. Noch eine letzte Übernachtung in der Ariege auf 2.350m kurz vor dem Coll de Come d’Anyell. Dann folgten schon die Pyrénées Orientales.