Nach einem farbenprächtigen Sonnenaufgang, sind wir in den für uns letzten Part des GR10s gestartet.


Auf dem Weg zum Lac des Bouillouses wurde der Himmel immer dunkler und wir immer schneller. Der Weg um den See bis zur Auberge hat sich ewig gezogen und so langsam hat es angefangen zu nieseln bis wir dort ankamen waren wir pitschnass.
Da kam ein Aperol Spritz in der Auberge gerade recht. Mit der Zeit hat sich wieder die ganze Truppe dort eingefunden und wir haben den ganzen Nachmittag dort verbracht. Ans weiterlaufen war auch gar nicht zu denken, dann wurde eben im Wald hinter der Auberge gezeltet.
Total entspannt ging es die nächsten Tage weiter über Orri de Planes nach Py immer wieder versammelte sich Abends der gleiche Trupp.
Die Versorgung mit Lebensmitteln war dahingegen nicht ganz so einfach da es nur ab und zu kleine Lädchen gab mit einem recht beschränkten Angebot… aus lauter Verzweiflung musste ich mir sogar Pringels kaufen… ich hasse Pringels.


Von Py ab trennten sich die Wege etwas. Einige gingen über den Kamin auf den Pic du Canigou. Wendy und ich entschieden uns für die Touristenvariante, die ein Tag länger mehr benötigte.
Dafür aber über das Refuge de Bonne-Aigue ging.
Die absolut schönste Nothütte auf dem ganzen Weg. Von der großen Terrasse aus hat man eine traumhafte Sicht auf den Pic du Canigou, wenn auch etwas Wolken verhangen.
Tags darauf ging es also auf den Pic du Canigou auch wenn der Gipfel nicht Teil des GR10 ist. Jedoch ist es der letzte hohe Berg mit (2.784m) vor dem Mittelmeer. Ab jetzt wird es flacher.
Der kleine Umweg hat sich aber mehr als gelohnt. Die Aussicht war super, auch wenn wir aufgrund der Wolken das Mittelmeer nicht sehen konnten.
In Arles-sur-Tech wurde nochmal kräftig eingekauft für den Endspurt. Entlang der franzözisch-spanischen Grenzen ging es nach Le Perthus. Was man am besten schnell hinter sich lässt. Schön ist anders. Weiter zum Refuge Tomy am Puig de Sallfort.


Der Puig de Sallfort ist der letzte Aussichtspunkt vor Banyuls-sur-Mer. Somit die letzte Übernachtung und der letzte Sonnenaufgang auf dem GR10.
Am nächsten Tag ging es den Berg hinunter nach Banyuls-sur-Mer mit jedem Abstiegsmeter stieg gefühlt die Temperatur. Die Stimmung war dafür sehr gedrückt und wir haben kaum ein Wort miteinander gesprochen. Uns wurde beiden klar wir haben es bald geschafft.
In Banyuls angekommen war der Gang zum Mosaik am Rathaus obligatorisch. Anschließend noch eine schnelle Abkühlung im Meer und dann das wohlverdiente Bier auf das ich mich über 8 Wochen auf dem GR10 gefreut habe. Mit dem Bier haben wir auch den restlichen Trupp wiedergetroffen, die bereits einen Tag vor Wendy und mir angekommen sind.
Am nächsten Tag wurde mir dann schmerzlich bewusst, es ist vorbei. Ich habe mich wochenlang darauf gefreut hier anzukommen und nun war ich einfach nur noch traurig, dass dieses tolle Abenteuer nun endet. Jetzt hatte ich mich gerade so an den Wander-Alltag gewöhnt. Alle die mich auf meinem Weg begleitet haben werde ich so schnell nicht wiedersehen, wenn überhaupt.
Nach zwei entspannten Tagen in Banyuls-sur-Mer ging es dann schlussendlich mit dem Flixbus von Perpignon nach Hause.

