1. Pyrénées Atlantiques – Von Hendaye bis Arrens-Marsous

Aller Anfang ist schwer.

Bei der Ankunft in Hendaye am 15. Juli hatte es 38 Grad und es sollte die nächsten Tag noch wärmer werden. 

Die ersten 3 Tage habe ich größtenteils auf Campingplätzen mit Pool verbracht bis der Höhepunkt von 42 Grad erreicht war. Anschließend ging die Temperatur etwas runter und für mich ging es endlich richtig los. 

Ich habe mich anfangs wirklich schwer getan. Es war immer noch heiß, mein Rücken schmerzte von dem schweren Rucksack und meine Beine waren bleischwer.

Als ich Saint-Étienne-de-Baïgorry erreichte hatte ich einen Ruhetag bitter nötig. 

Etwas erholt ging es nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Woraufhin ein Höhepunkte dem anderen folgte. Die erste nähere Sichtung von Geiern und eine unglaubliche Übernachtung auf dem Occabé mit Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Einfach nur wunderschön!

Für einige Tag bin ich gemeinsam mit Paul (gebürtiger Brite) aus Schweden gewandert. So langsam bin ich auch in flow gekommen. Ich gewöhnte mich so langsam an das Gewicht es Rucksacks und mein Rücken hat nicht mehr geschmerzt. Auch die anstrengenden An- und Abstiege fielen mir zunehmend leichter. An den Etappenzielen gab es zur Belohnung wenn möglich ein kühles Bier. Das Leben kann so schön sein. 

In La-Pierre-Saint-Martin wurde ich erstmal in die Realität des Ski-Massentourimus geholt. 

So etwas hässliches habe ich selten gesehen. Wenigstens gab es ein Bier und eine kleines Lädchen um das nötigste zu kaufen. Kurz hinter dem Beton-Bunker-Skiort wurde wir dafür mit überwältigenden Aussichten, Murmeltieren und einem tollen Plätzchen für das Zelt belohnt.

Bis zum Pas de l’Osque gab sogar noch einige Kletterpassagen. Die Aussichten waren einfach nur noch überwältigend und das Wanderen wurde zum reinsten Genuß.

Zwischen durch war immer wieder Regen angesagt. Gegen Abend zog oft feuchter Nebel auf, wodurch die ganze Ausrüstung immer leicht feucht war. An Tag 11 hat habe ich festgestellt, dass dies auch meinen neuen Meindl nicht gefällt und die Ösen anfangen zu rosten.Was eine tolle Qualität.

Weiter gings zum nächsten Highlight der Aufstieg über den Chemin de la Mâture bis zum Col d’Ayous, anstrengend aber dafür einfach nur noch wunderschön. 

Das nächste atemberaubende Panorama folgte am Hourquette dÁrre (2.465m) auch wenn ich unterwegs am Zweifeln war ob ich es jemals hoch schaffe. 

Ich war mir zu dem Zeitpunkt auch immer noch nicht sicher ob ich den ganzen Weg überhaupt schaffen würde. 

Über Gourette den nächste großen Skiort ging es dann nach Arrens-Marsous auf einen wunderschönen Campingplatz und einen wohlverdienten Pausentag.

Wäsche waschen, relaxen und essen. Auf der Post konnte ich mein erstes Versorgungspaket von zu Hause abholen. Das Paket beinhaltete lauter Leckereien, Tageslinsen für die nächsten 3 Wochen und ein paar neue Socken.

In Arrens-Marsous war auch das Ende der Pyrénées Atlantique erreicht und da Paul erkrankt ist ging es für von nun an wieder allein weiter.