Wir starten nach einem Wahnsinns Sonnenaufgang und mehreren Kaffee am Harkhof. Ich freue mich schon wieder riesig einfach laufen zu können.
Kaum losgelaufen erwischt uns auf Höher der Kreuzsattelhütte der Regen und wir suchen erstmal im offenen Übernachtungsraum der Hütte Unterschlupf, vielleicht hört es ja gleich wieder auf.
Ein Bilck auf den Regenradar beweist uns jedoch das Gegenteil, also kommen nun endlich die Ponchos zum Einsatz. Wäre ja auch schade wir hätten die umsonst mit geschleppt.
An der nächsten Weggabelung entscheiden wir uns für die Westweg Variante über den Brandenkopf.
So kommen wir von den ursprünglich geplanten 16km doch noch auf 21km…was ein Glück.


Zügig meistern wir den Aufstieg zum Brandenkopf, was unter den Ponchos dann doch recht schweißtreibend ist.
Zu unserem Glück ist das Wanderheim geöffnet und wir können uns erstmal trocken legen.
Nach einem weiteren Kaffee, trocken und aufgewärmt geht es vorbei an den schrecklichen Windrädern, die nicht nur die Ruhe und den Anblick stören. Man fragt sich einfach nur warum…. Warum muss so viel Wald niedergemacht werden um diese Ungetüme aufzustellen.
Nach einigen km entdecken wir ein Schild „Naturkühlschrank“…. Na das müssen wir uns anschauen und erreichen den „Erlebnis-Weitblick“
Hier wurde ein traumhafter Rastplatz geschaffen mit kunstvollen Schnitzereien, kühlen Getränken und einer Auswahl an heimischen Schnäpsen.
Während wir uns stärken und den Anweisungen auf einem Schild „Wenn du kein Lust auf ein Bier hast dann trink halt zwei Schnäpsle“ ziehen die Wolken beiseite und die Sonne scheint uns ins Gesicht.
Das Gefühl in diesem Moment an diesem Ort, in der Gesellschaft mit nem Schnäpsle ist einfach unbeschreiblich… daher versuche ich auch erst gar nicht und erinnere mich gerne zurück.
Kaum sind wir wieder gestartet und zurück auf dem Westweg, erreichen wir ca. einen km später bereits die Hohenlochenhütte. Zu unserem Glück ist die Hütte heute geöffnet auf dem Weg zur Aussicht und dem obligatorischen Foto, erspähe ich bereits die Schnapsflasche auf dem Tisch…. Yeah was ein Tag.
Die Hütte wird vom Wochenende vom Schwarzwaldverein bewirtschaftet. Manfred und seine Frau empfangen uns in der gut beheizten Stube mit Kaffee und Kuchen. Die Hütte wurde vor einigen Jahren sehr aufwendig und wunderschön renoviert. Manfred freut sich über unseren Besuch und das er noch zwei Striche für Westweg-Wanderer am heutigen Tag machen kann….wir waren wohl die einzigen.
Nach einem weiteren Schnäpsle und einer Spende ins Vereinskässle ziehen wir weiter. Auf zum Endspurt nach Hausach.
Über den Spitzfelsen geht es über einen schönen Trail (könnte man auch mal mit dem Fahrrad fahren) hinunter nach Hausach.
Ich muss wieder feststellen, dass Hausach keinen Schönheitswettbewerb gewinnen wird. Aber egal kurz darauf sitzen wir auch schon in unserer heutigen Unterkunft und lassen uns erstmal völlig zufrieden ein kühles Bier schmecken.
Es ist mal wieder unbeschreiblich wie gut ein Bier nach einem so Wahnsinns Tag schmecken kann. 🙂


Gestern ging es nach Hausach runter, also müssen wir heute wieder hoch und zwar richtig 1100hm.
Durch Hausach können wir uns noch kurz warm laufen und dann geht es auch schon bergauf und zwar richtig.
Am Farrenkopf haben wir nach ca 4 Km schon die ersten 750hm hinter uns gebracht. Da bin ich auch ins Schwitzen gekommen 🙂
Zum Glück gibt es hier oben eine Hütte an der man Windgeschützt eine kleine Ruhepause mit Tee und Gummibärchen einlegen kann.
Weiter ging es wieder vorbei an zahlreichen Windrädern und auf Autobahnähnlichen Wegen.
MIt der Prechtaler Schanze lässt man auch die Windräder hinter sich und der Weg wird immer schöner.
Auf traumhaften Trails geht es zum Huberfelsen. Nur das Wetter wird nicht unbedingt besser es wir stetig windiger und kühler. Da kommt das Hotel Schöne Aussicht mit seinem Restaurant genau richtig um sich aufzuwärmen.
Nach der wohltuenden Pause sind die Beine richtig schwer aber der wunderschöne Waldpfad durch den bemoosten Wald lässt dies sofort vergessen. Völlig eben geht es nun zur Wilhelmshöhe.
Jedoch nicht ohne vorher noch eine kurze Pause mit Blick auf Schonach, leckerem Honigschnäpsle und einer Tafel Schokolade einzulegen.
An der Wihelmshöhe angekommen entscheiden wir uns spontan mal wieder für ein Bier….außerdem ist es schon wieder echt kalt.

Als es Zeit wird den Heimweg Richtung Bahnhof Triberg in Angriff zu nehmen, werden wir an der Wihelmshöhe vom ersten Schnee überrascht.
Auf dem Heimweg freue ich mich einfach über dieses unglaublich schöne Wander-Wochenende und denke an alle diejenigen die mich für verrückt erklärt haben bei diesem Wetter wandern zu gehen. Die sich alle nicht im geringsten vorstellen können, was Sie verpasst haben.
Vielen Dank an meinen Wanderbruder fürs Planen, Organisieren und das Du mich mitgenommen hast.
Es war einfach wunderschön!
